Schönes Wetter heute! – 7 Tipps für Smalltalk
Keine Ahnung, wie’s Ihnen geht: Ich kenne fast nur Menschen, die beim Thema “Smalltalk” zusammenzucken. Ob’s das Gespräch in der U-Bahn, der kleine Plausch mit Nachbarn im Hausflur, im Büro oder bei Veranstaltungen ist: Lockerflockig ins Gespräch zu kommen, ist offenbar nicht jedermanns Sache. Erst recht nicht, wenn es sich um völlig fremde Personen handelt, die man nicht einmal einschätzen kann.
Wenn Sie auch jemand sind, der nicht einfach so ohne groß nachzudenken mit der Welt ins Plaudern kommt, dann nützen Ihnen die folgenden Tipps. Ich reiße jeweils kurz ein paar Beispiele an, damit Sie sich mehr darunter vorstellen können.
Tipp 1: etwas von sich selbst preisgeben
Tipp 2: allgemeine Themen als Sprungbrett nutzen
Tipp 3: möglichst offene Fragen stellen oder nachhaken
Tipp 4: Themen entfalten lassen
Tipp 5: gut zuhören
Tipp 6: verständlich sprechen und erklären
Tipp 7: Das Wichtigste: aufrichtig interessiert sein!
Tipp 1: etwas von sich selbst preisgeben
Der Schlüssel zu einem angenehmen und flüssigen Smalltalk-Gespräch ist, dass man selbst aktiv etwas von sich preisgibt. Das bedeutet: nicht nur auf die aktuelle Frage eingehen, sondern auch etwas ausschweifender antworten oder ein Detail am Rande einfließen lassen. Damit erreichen Sie, dass Sie “Haken” bieten, an denen ein Gesprächspartner aktiv anknüpfen kann.
Beispiel A:
Frage: “Schönes Wetter heute …”
Antwort: “Ja.”
Beispiel B:
Frage: “Schönes Wetter heute …”
Antwort: “Ja! Endlich Frühling, ich warte schon dauernd drauf. Endlich wieder Radfahren …”
Beispiel C:
Frage: “Schönes Wetter heute …”
Antwort: “Ja, endlich! Ich wohne direkt unter’m Dach – ich kann Ihnen sagen, da staut sich die Hitze vielleicht …”
Im Beispiel A ist es etwas schwierig, weiterzumachen. Vielleicht erkennen Sie die Situation von beiden Seiten wieder. Wenn Ihr Gesprächspartner einsilbig antwortet, lassen Sie sich nicht irritieren. Die Smalltalk-Scheu ist sehr weit verbreitet und häufig tut sich einfach der Gesprächspartner auch schwer. Natürlich sollten Sie Ihre Antennen ausfahren und darauf achten, ob Einsilbigkeit einfach auch bedeutet, dass die Person gerade keine Zeit oder Lust auf ein Schwätzchen hat.
Im Beispiel B kann man schön einhaken. Entweder indem man auf den Frühling oder aufs Radfahren oder generell auf Sport/Bewegung, Natur eingeht – hier ist das Tor für weitere Themen schon recht weit auf.
Auch im Beispiel C kann man einhaken: entweder auf Wohnsituation, Häuser, Hitze-Empfindlichkeit oder Urlaubsthemen – auch hier sind gute Voraussetzungen geschaffen, um weiterzuplaudern.
Tipp 2: allgemeine Themen als Sprungbrett nutzen
Ganz klar: Klassiker wie das Wetter oder die Verkehrslage sind oft ein guter Einstieg – doch diese sollten lediglich als “Starterkabel” dienen. Viele Leute machen bei “Wetter”-Themen folgende Fehler:
- Sie finden es zu banal, sich über derlei Themen zu unterhalten
oder:
- Sie verbeißen sich darin und hören nicht mehr auf, darüber zu reden
Beides ist natürlich extrem hinderlich, wenn es darum geht, ins Gespräch zu kommen.
Anhängern der Smalltalk-Gegner-Fraktion, denen “das alles” zu oberflächlich ist, ist zu empfehlen, mal realistisch zu bleiben: Hier geht es darum, ein lockeres Gespräch zu führen – entweder ohnehin nur ganz kurz, weil man beispielsweise einen Besucher in der Firma in einen Besprechungsraum führt und dort noch einige Minuten überbrückt, bis der Kollege frei ist. Oder darum, sich an die Person und das Gespräch heranzutasten, etwa auf einer Veranstaltung.
Mit “Verbeißen” ist gemeint, dass manche Leute nicht mehr aufhören, vom Wetter-Thema zu reden. Das wird dann nicht nur extrem langweilig, sondern vor allen Dingen furchtbar anstrengend, denn wie lange will man über das Wetter sprechen?!
Was also tun?
Das oberflächliche Thema als das benutzen, was es ist: als unkomplizierten Einstieg. Entweder, um eine gute Atmosphäre zu schaffen, während man Zeit überbrückt. Oder aber um ein Gespräch zu beginnen, das in Themen mündet, die die Gesprächspartner wirklich interessieren.
Beispiel A:
Person 1: “Sind Sie gut durchgekommen? Leider haben wir in der Rush Hour oft Stau am Autobahnende …”
Person 2: “Ja, es ging ganz gut. Ich bin schon auch etwas im Stau gestanden, aber es war erträglich.”
Person 1: “Die meisten Besucher beklagen sich, dass sie lange stehen.”
Person 2: “Wie gesagt, ging es ganz gut. Ich bin auch früh genug losgefahren, denn Verzögerungen können vorkommen.”
Person 1: “Ich weiß auch nicht, warum die Münchener Stadt da nicht bessere Verkehrsplanung macht. Es ist doch klar, dass gerade in der Rush Hour ein extremer Andrang herrscht, gerade bei der A 9!”
Das ist ein klassisches Beispiel von “verbeißen” – relativ schnell wird es für beide Seiten sehr anstrengend werden. In diesem Beispiel wird die Person 2 sicherlich in Kürze zudem ziemlich angenervt sein, denn sie hat gleich am Anfang bestätigt, dass der Verkehr kein Problem darstellte.
Beispiel B:
Person 1: “Sind Sie gut durchgekommen? Leider haben wir in der Rush Hour oft Stau am Autobahnende …”
Person 2: “Ja, es ging ganz gut. Ich bin schon auch etwas im Stau gestanden, aber es war erträglich.”
Person 1: “Das freut mich. Ich selbst fahre ja nicht Auto, sondern bin nur öffentlich unterwegs.”
Person 2: “Tatsächlich? Das ginge bei mir gar nicht, weil ich beruflich ständig auf Achse bin.”
Person 1: “Oh. Was machen Sie denn genau?”
Und schon sind wir beim Beruf und Tätigkeiten und weg vom Verkehrsthema. Außerdem weiß Person 2, wenn sie gut zugehört hat (siehe Tipp 6), dass Person 1 selbst gar nicht Auto fährt, und kann darauf, wenn sie möchte, später noch einmal zurückkommen.
Klar, wenn das Treffen zu einem bestimmten Zweck stattfindet, wird man relativ schnell auch zum Kern des Gespräches übergehen und den Smalltalk wirklich nur als Einleitung wählen.
Tipp 3: möglichst offene Fragen stellen oder nachhaken
Das kennen Sie natürlich: Besser ist es, eine offene Frage zu stellen, auf die Ihr Gegenüber nicht nur mit “Ja” oder “Nein” antworten kann. Das hat nicht nur den positiven Nebeneffekt, dass ein flüssigeres Gespräch in Gang kommt, Sie mehr von Ihrem Gesprächspartner erfahren und dort wieder einhaken können, sondern Sie wirken auch selbst angenehmer: Denn es demonstriert Interesse und Offenheit, wenn Sie offene Fragen stellen.
Sollten Sie doch schon eine “geschlossene Frage” gestellt haben, dann können Sie auf eine einsilbige Antwort immer noch nachhaken: “Inwiefern?” oder “Wie genau meinen Sie das?” …
Beispiel A:
Person 1: “Fahren Sie im Urlaub weg?”
Person 2: “Ja, meistens.”
Beispiel B:
Person 1: “Wohin fahren Sie im Urlaub immer so?”
Person 2: “Oh, wir machen gern in Deutschland Urlaub – zuletzt waren wir im Schwarzwald …”
Beispiel C:
Person 1: “Fahren Sie im Urlaub weg?”
Person 2: “Ja, meistens.”
Person 1: “Wo waren Sie denn schon?”
Übrigens tragen natürlich immer beide Personen zu einem guten Gespräch bei. Das heißt, egal auf welcher “Seite” Sie gerade stehen, ob Sie die fragende Person sind oder die antwortende, so können Sie das Gespräch gut in Fluß bringen und halten.
Tipp 4: Themen entfalten lassen
Häufig sind Gespräche deswegen unangenehm, weil jeder für sich spricht und dann der Eindruck entsteht, dass man nebeneinander spricht. Das kennen Sie:
Person 1: “Ich war in Urlaub in Marokko.”
Person 2: “Ich war in Italien.”
Person 1: “Wir haben uns ein Auto gemietet und haben das Land erkundet.”
Person 2: “Wir sind geflogen.”
…
Klar ist es sehr wichtig aufeinander einzugehen. Das andere Extrem ist jedoch, dass man vor lauter Anspruch, TOTAL auf die andere Person einzugehen, jedes Gespräch im Keim erstickt, beispielsweise, indem man jede Antwort sofort mit einer Gegenfrage quittiert.
So gut Fragen sind, so wichtig ist es auch, Themen entfalten zu lassen.
Wenn beispielsweise die Frage kommt, was Sie beruflich machen, dann ist es gut, erstmal nur diese Frage zu beantworten, um dem Gesprächspartner die Möglichkeit zu geben, dort einzuhaken oder etwas mehr über Ihren Beruf zu sprechen. Setzen Sie nicht gleich ein “Und was machen Sie?” drauf. Das kann immer noch etwas später kommen.
Das gilt natürlich für alle Themen, nicht nur für den Beruf: Nicht eine Antwort mit einer weiteren Frage zudecken, sonst ist es schwierig, ein Gespräch zu führen. Und man springt total unruhig von einem Thema zum anderen.
Beispiel A:
Person 1: “Unser letzter Urlaub war im August.”
Person 2: “Ach ja? Wo waren Sie denn?”
Person 1: “In Marokko. Und Sie?”
Person 2: “Marokko. Das klingt ja interessant. Wir waren in Italien. Wie hat es Ihnen gefallen?”
Person 1: “Gut, danke. Und wo waren Sie in Italien?”
Wenn das so weitergeht, gibt es entweder schnell ein Kuddelmuddel, vor allen Dingen aber ein sehr gezwungenes Gespräch, weil jeder bemüht ist, auf den anderen einzugehen, ohne den Themen Luft zu lassen und sich auf ein Thema näher einzulassen.
Beispiel B:
Person 1: “Unser letzter Urlaub war im August.”
Person 2: “Ach ja? Wo waren Sie denn?”
Person 1: “In Marokko. Wir können ja leider nur in den Schulferien fahren – diesmal haben wir das voll ausgenützt und sind drei Wochen gefahren! Das war mal so richtig erholsam!”
Person 2: “Drei Wochen ist super, da kann man so richtig abschalten … ich war noch nie in Marokko. Wie ist es dort?”
In dem Fall geht das Gespräch erstmal um Marokko (Person 2 hätte natürlich auch auf Urlaubszeiten und Schulferien einsteigen können, dann wäre es in diese Richtung gegangen). Natürlich sollte Person 2 nur in eine Richtung nachfragen, die sie interessiert. Wenn Marokko sie als Gesprächsthema also überhaupt nicht interessiert, sollte sie nicht so tun als ob. Da wir davon ausgehen, dass Person 2 das Thema spannend findet und gerne Näheres wissen will, können sich beide jetzt erstmal darüber unterhalten. Entweder das Gespräch nimmt einen lockeren Verlauf und es ergeben sich weitere Themen. Oder aber Person 1 kann, wenn das Thema soweit “fertig” ist, einfach die Gegenfrage stellen, wo Person 2 zuletzt war oder gerne mal hin möchte.
Tipp 5: gut zuhören
Gut zuhören ist natürlich auch wichtig. Denn dann können Sie jederzeit auf Nebeninformationen, die der Gesprächspartner vorher irgendwann gegeben hat, auch später wieder gut eingehen. (“Sie hatten vorher erzählt, Sie waren mal in Irland”)
Beispiel:
Person 1: “Jetzt ist es glücklicherweise wieder warm. Im Januar hatten wir ja ein paar verdammt kalte Tage!”
Person 2: “Stimmt! Ich wohne noch dazu in einer schlecht isolierten Dachwohnung und habe gefroren wie ein Schneider. Allerdings kein Vergleich zu den USA: Bekannte in Connecticut haben von bis zu 30 Grad Minus berichtet. Da sind wir ja gut dran – und jetzt kommt er ja, der Frühling!”
Person 1: “Pünktlich zum Frühlingsanfang noch dazu!”
Person 2: “Genau! So soll’s sein.”
Person 1: “Sie hatten von Bekannten in Connecticut erzählt. Sind Sie öfter in Amerika?”
Sie sehen, dass manchmal ein aktuelles Thema nicht wichtig ist oder nicht wirklich etwas hergibt. In dem Fall ist es gut, Nebeninformationen (die man selbst auch immer kräftig einstreuen kann, siehe Tipp 1) auch aktiv zu nutzen. Hier ist die Person 1 auf das Stichwort Connecticut eingestiegen. Natürlich kann man auch jederzeit auf früher angesprochene Themen eingehen.
Wichtig ist, dass Sie das Gespräch möglichst schnell auf ein Thema bringen, das Sie wirklich interessiert, sonst bleibt das Gespräch schleppend und auch uninteressant für Sie (siehe Tipp 2).
Tipp 6: Verständlich sprechen und erklären
Das klingt jetzt banal. Und doch wird es häufig nicht beachtet: ob es um Fachjargon, um Fremdwörter geht oder auch um Themen, die das Gegenüber nicht oder nicht gut genug kennt.
Eine simple Übung ist es, sich mal vor Augen zu führen, wie man selbst seinen Beruf erklärt.
Beispiel A:
Frage: “Was machen Sie beruflich?”
Antwort: “Ich bin Entwicklungsingenieur in einer medizintechnischen Firma.”
Beispiel B:
Frage: “Was machen Sie beruflich?”
Antwort: “Ich bin selbstständiger Coach.”
Beispiel C:
Frage: “Was machen Sie beruflich?”
Antwort: “Ich arbeite als Beraterin. Wir sind auf Merger spezialisiert.”
Anhand dieser Beispiele sehen Sie schon, dass es manchmal leichter ist und manchmal schwerer, zu folgen. Wenn man mit einem Bereich schon zu tun hatte, wird man eher verstehen, worum es geht. Doch auch, wenn einzelne Begriffe bekannt sind, so heißt das noch lange nicht, dass sich das Gegenüber tatsächlich mehr darunter vorstellen kann.
Interessant wird es oft, wenn der Gesprächspartner näher nachfragt. Viele Menschen können ihre eigene Tätigkeit nicht verständlich in einem oder wenigen Sätzen erklären. Dabei ist gerade die Frage nach dem Beruf eine der üblichsten, wenn es um Smalltalk geht. Also gehen Sie mal in sich und testen Sie Ihre Antwort bei Leuten aus, die Ihren Beruf nicht kennen. Tipp: anschließend fragen, was sich die andere Person darunter vorstellt.
Tipp 7: Das Wichtigste: aufrichtig interessiert sein!
Das Wichtigste am Smalltalk und an einem Gespräch ist das (ehrliche!) Interesse an der anderen Person. Das heißt nicht, dass Sie dicke Freunde werden müssen. Es bedeutet jedoch, dass Ihnen in diesem Augenblick das Gespräch/die Person wichtig genug ist, um sich voll darauf einzulassen.
Und gerade das ist auch das Spannende: Sie erfahren neue Meinungen und Sichtweisen, neue Themen (Informationen oder Hobbies), kommen vielleicht auf gemeinsame Interessen oder knüpfen ganz nebenbei gute berufliche Kontakte.
Relax!
Schönes Wetter heute, nicht wahr?






Klasse Artikel – vielen Dank! Das ist wirklich jede Menge guter Tipps, die man sinnvoll anwenden kann.
Ich selbst hatte früher auch große Probleme mit Small Talk, habe aber inzwischen gelernt, offener und freier auf andere Menschen zuzugehen. Das ist wirklich Übungssache. Doch gerade der Tipp 1 – sich ein klein wenig öffnen, etwas von sich berichten, bringt wirklich sehr viel. Viele Menschen trauen sich nicht, den ersten Satz zu sagen, nehmen aber das Eröffnungsangebot zu einem Gespräch dankbar an und öffnen sich dann ebenso.
Womit ich jedoch nach wie vor ein Problem habe (schade, dass dein Artikel nicht darauf eingeht), ist die Frage “Wie geht es Ihnen?” Die kommt nach meiner Erfahrung noch vorm Wetter. Dabei ist sie in den seltensten Fällen aufrichtig gemeint. Ich spüre auch sehr oft, dass ich keine ehrliche Antwort bekomme, wenn z.B. ein Kollege, der einen offensichtlich müden Eindruck macht, mir antwortet, es gehe ihm gut. Dann jedoch im weiteren Gesprächsverlauf deutlich wird, wie gestresst er ist von Job, Familie und Hausbau. Er aber immer noch so tut, als sei alles in bester Ordnung und er glücklich und zufrieden in seinem Leben.
Oft wird auch auf die Frage, wie es einem geht, geantwortet: “Ich kann/will nicht klagen.”
Ja, wie reagiert man denn darauf?
Mir ist nicht mal wirklich klar, was derjenige sagen will, denke aber: Naja, es geht so, aber ich will nichts erzählen bzw. so tun, als sei alles schön.
Ich gewöhne mir nun immer mehr ab, diese Frage zu stellen. Sie ist für einen Small Talk einfach nicht geeignet. Im Grunde ist es nämlich eine sehr intime Frage, und niemand mag einem entfernten Bekannten oder Kollegen vertrauliche Dinge erzählen.
Dessen ungeachtet erfreut sie sich großer Beliebtheit und bekomme ich sie immer wieder gestellt, auch von Menschen, denen ich natürlich nicht erzählen mag, wie es mir geht – wenn ich gesundheitliche Probleme habe oder mich ein privater Konflikt belastet. Von daher antworte ich ebenso: “Danke mir gehts prima”, ob das nun stimmt oder nicht. Und komme mir ziemlich blöd vor mit der Antwort, darüber hinaus auch noch unhöflich, wenn ich nicht zurück frage: “Und wie geht es Ihnen?”
Ein Freund meinte mal, man solle auf die Frage “Wie geht es Ihnen?”, sobald man spürt, dass sie oberflächlich und aus Gewohnheit gestellt wird, antworten: “Haben Sie 1 Stunde Zeit?”
Naja, das geht ja nun auch nicht, gerade im beruflichen Umfeld…
)
Hallo Katrin,
jetzt bin ich ganz unsicher, ob wir uns duzen, aber ich glaube schon, darum mach ich das jetzt einfach.
Dankeschön für den ausführlichen Kommentar. Ich freue mich, dass Dir die Tipps gut gefallen und Du aus eigener Erfahrung bestätigst, dass es Übungssache ist (das ist für Mitleserinnen, die sich noch schwer tun mit dem Smalltalk ein schöner Ansporn).
Das mit dem “Wie geht es Dir?” ist eine super Ergänzung, denn das ist wirklich eine komplexe Angelegenheit, die man aus den verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Darum habe ich es mir gleich notiert und werde da in naher Zukunft mal noch einen ganzen Artikel dazu machen. Dann können wir uns speziell dazu dann nochmal unterhalten – ist bestimmt ein großes Thema für ganz viele.
Einen schönen Tag
Gitte
Hallo Gitte,
ich habe dich ja auch geduzt in meinem Kommentar, war mir aber auch erst etwas unsicher. Ok, dann ist das jetzt geklärt.
Ich freu mich auf deinen Artikel zum Thema “Wie geht es dir / Ihnen?” und bin schon gespannt auf deine Erfahrungen und Ideen.
Viele Grüße
von Katrin
Hallo,
als zumindest privat noch immer eher Introvertierte fiel mir Small Talk im Business anfangs sauschwer. Geschäftlich hat es sich mittlerweile geändert. Wie heißt es doch so schön? Fast alles ist erlernbar. Privater Small Talk ist immer noch mit leichtem Lampenfieber versehen und eher ein Graus, wieso weiß der Himmel:-).
Das Wetter kann durchaus ein schöner Aufhänger sein. Letztens habe ich mit einem waschechten Briten einen Smalltalk halten dürfen: der Schlagabtausch ging über Sonne und Regen und dieser nasse August, der zweite richtete sich auf die Ernte und später auf Gartenthemen und, und … ein sehr angenehmes und humorvolles Gespräch entwickelte sich daraus. Und ohne aktives Zuhören und auf den Gesprächspartner eingehen, entwickelt sich weder ein gutes Gespräch über Thema X noch über Smalltalk.
Es kommt auch auf den Zusammenhang an, finde ich: wo und in welchem Kontext findet der ST statt? Manchmal gibt es Aufhänger, die sich alleine aus der Situation heraus ergeben.
… ganz genau, Silke! Zu allem, was Du sagst, vor allem: Fast alles ist erlernbar. Natürlich ist es immer dann, wenn es uns persönlich betrifft, mitunter etwas schwieriger (oder kommt einem erstmal so vor).
Wenn das ehrliche Interesse an meinem Gegenüber da ist, dann flutscht ein Gespräch viel besser. Besonders schön ist das ja, wenn man mit Leuten zusammentrifft, mit denen man sehr leicht in ein fließendes, amüsantes Gespräch kommt. Eben weil sie auch MIT einem sprechen, wie Du es von dem schönen Gespräch mit dem Briten erzählst.
Viele Grüße
Gitte
Hallo Gitte,
mir fiel es auch nicht leicht, mich mit anderen so ganz einfach zu unterhalten. Vor mehr als zehn Jahren hat mir die Familie einen Hund geschenkt, damit ich mich bewege.
Von dieser Zeit an kam ich mit vielen anderen “Gassi-Gehern” ins Gespräch. Man hatte das gemeinsame Thema “Hund”, über das man sich unterhalten konnte.
In der Zwischenzeit bin ich aber selbstbewußter geworden.
Wichtig ist dein Tipp 1 – etwas von sich selbst preisgeben. Ich habe bemerkt, wenn ich etwas von mir erzähle (ohne mich wichtig zu machen), fällt es auch dem Gegenüber leichter, locker ins Gespräch zu kommen. Wenn man dann merkt, dass man mit dem anderen auf einer “Wellenlänge” ist, machen solche Gespräche richtig Spaß.
Viele Grüße
Frieder
Hallo Frieder,
ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie du: Wenn man sich in eine Umgebung begibt, in der es von vorn herein ein gemeinsames Thema gibt, kann man es gut lernen, die eigene Scheu zu überwinden und mit ganz fremden Menschen in Kontakt zu kommen.
Ich habe Anfang dieses Jahres das Wandern wieder für mich entdeckt und bin oft auf Tour. Ich wandere sehr gern und meist allein und bin selbst immer wieder erstaunt, wie schnell und leicht sich unter Wanderern ein Gespräch entwickelt, und tatsächlich eher weniger übers Wetter. Natürlich fragt man sich sehr oft gegenseitig nach dem Weg. Wenn man dann z.B. an einem Aussichtspunkt steht, muss man nur begeistert “Wow, eine herrliche Aussicht, ist das schöööön!” ausrufen, oder vor einer Informationstafel eine Frage stellen wie “Hier war einmal eine keltische Siedlung? Das wusste ich noch nicht…” – und schon kann sich ein wunderschöner Austausch ergeben, in dem man sich gegenseitig nicht nur seine Wanderelebnisse, sondern auch sehr persönliche Erfahrungen aus dem eigenen Leben erzählt.
Ich merke jedenfalls, dass ich dadurch auch im täglichen Leben und im beruflichen Umfeld noch einmal ein Stück lockerer und sicherer im Umgang mit anderen Menschen geworden bin. Wir sind doch alle Menschen, suchen Gemeinschaft und wollen uns zeigen wie wir sind!
Viele Grüße und allen einen schönen Tag
Katrin
Hallo Karin,
das ist ja interessant. Ich habe für mich vor etwa drei oder vier Jahren auch das Wandern entdeckt. Und ich geh auch gern ganz alleine. Zweimal bin den Westweg von Pforzheim bis nach Basel gelaufen. Ich kam immer sehr schnell mit anderen Wanderern ins Gespräch. Ich staunte dann selbst über mich, wie leicht das geht.
Du hast recht, wenn man ein gemeinsames Thema gefunden hat, kommt eine Unterhaltung fast von selber zustande.
Übrigens, Pforzheim als Ausgangspunkt der drei Schwarzwälder Fernwege ist ja gar nicht weit weg von dir.
Viele Grüße
Frieder
Hallo Katrin,
ich muss gleich mal das Entschuldigen üben.
Ich habe zu schnell auf “Kommentar abschicken” geklickt. Ich hätte mit mehr Sorgfalt schreiben müssen. So kam es, dass ich leichtfertig Karin geschrieben habe statt Katrin. Ich entschuldige mich deshalb bei dir.
Viele Grüße
Frieder
Hallo Gitte,
ein prima Artikel über Smalltalk! Du hast wieder einmal viele wichtige Punkte sehr verständlich eingebracht! Am besten gefallen mir Punkt 5 “gut zuhören” und Punkt 7 “aufrichtig interessiert sein”. Zusätzlich zur Schüchternheit sind das in meinen Smalltalk-Seminaren die wichtigsten Themen. Das Nebeneinander-Reden habe ich einmal als Mini-Theaterstück aufgeführt. Wir haben alle Tränen gelacht
Wenn ich darf würde ich gerne kurz auf Katrins “Wie geht es Ihnen?” eingehen.
Silke hat ja vom britischen Smalltalk erzählt. In England wird sehr schön auf “How do you do?” mit demselben Satz geantwortet. Ich finde, das sagt alles
)
Nein, ernsthaft. Es ist im Business eine Höflichkeitsfloskel, die ich persönlich als ziemlich problematisch ansehe. Denn “eigentlich” sollte ein Smalltalk positiv sein, andererseits möchte man nicht “belogen” werden, Katrin spürte ja, dass die Antworten nicht stimmten.
Die Standard-Regelung gibt es nicht. Ich habe es mir angewöhnt, im Business-Smalltalk die Frage nicht zu stellen. Wenn ich selber antworte, hängt es davon ab, wie gut ich meinen Kunden kenne. Dann sage ich entweder “danke, gut” oder ich erwähne kurz “Danke, ich habe gerade eine Erkältung hinter mir. Jetzt geht es mir wieder sehr gut.” Aber im Himmels Willen keine Ausweitung von Gesundheit und Krankheit, denn das ist “eigentlich” ein Tabu-Thema, nichtsdestotrotz in Deutschland seeeehr beliebt.
Herzliche Grüße
Christine
Hallo Christine,
danke für die Blumen.
Und selbstverständlich freue ich mich immer über Infos, Tipps und Erfahrungen zu allem – dankeschön für Deinen Exkurs zum “Wie geht es Dir/Ihnen?” – da kommen wir dann bestimmt nochmal drauf zu sprechen, wenn ich den Artikel dazu geschrieben habe. Das ist in meinem Kopf nämlich schon ganz schön komplex, was es da alles zu sagen gibt. Glaubt man ja immer gar nicht, wie viele Facetten oft solche Kleinigkeiten haben.
Einen schönen Tag
Gitte
Hallo Gitte,
da hast du Recht! Komplex ist das Thema Smalltalk wirklich, wenn man sich damit beschäftigt. Aber richtig spannend!
Und toll finde ich den kulturellen Unterschied beim Smalltalk. Ich durfte Smalltalk in Neuseeland erleben, ein echtes Erlebnis, denn die Neuseeländer, die mir begegneten, waren sehr kommunikativ und wollten alles ganz genau wissen. Und das auch bei Kurz-Begegnungen, wie z.B. der Kassiererin im Supermakt, den Tankstellenbetreiber usw…
Nach 4 Wochen war Smalltalk auf Englisch kein Problem mehr
Ich bin gespannt auf deinen nächsten Artikel!
Herzliche Grüße
Christine
Hallo Christine,
ja, das ging mir in den USA so! Da war das Schwätzen mit Fremden so einfach und plätschernd und angenehm, weil jeder sich so wirklich freundlich und interessiert auf einen einließ. Ich fand das großartig, und dabei trifft es den Kern von Smalltalk: nicht den Anspruch haben, dass der andere in Details an mir als Person interessiert ist, sondern daran, eine schöne Begegnung und ein nettes Gespräch zu haben.
Viele Grüße
Gitte
Liebe Frau Härter,
ein toller Artikel. Bei jedem Punkt- und vor allem auch den Beispielen- fiel mir sofort eine Situation ein, obwohl ich eigentlich gar nicht so oft in Small-Talk-Situationen bin. Ich liebe einfach das Internet.
Zum Thema “Wetter” als Aufhänger möchte ich allen Small-Talkern Ihren Satz aus dem letzten Kommentar ins Gedächtnis rufen: schöne Begegnung und nettes Gespräch.
Wenn jemand beim Thema “Wetter” (genauso ist es oft beim Thema “Verkehr”) anfängt, über das Wetter zu wettern und sich dabei immer mehr in Rage redet und gar kein Ende findet, empfinde ich das Gespräch nicht mehr als angenehm, sondern es meldet sich der Fluchtreflex. Man muss ja deswegen schlechtes Wetter nicht schön finden oder schön reden. Es würde schon genügen, etwas Humor hereinzubringen.
Vielleicht haben Sie oder die Leser ja noch weitere Tipps für solche Situationen.
Dankeschön, Frau Birkner.
Das mit dem Übers-Wetter-motzen erinnert mich auch gleich daran, was mir meine Mutter kürzlich erzählt hat: Sie war frustriert, dass es einige Zeit so lange regnete und hat ihren Unmut morgens rausgelassen – ohne sich groß was dabei zu denken. Bis mein Vater ihr sagte: “Hör bitte auf! Es ist ganz schrecklich für mich, morgens als erstes Kommentare wie ‘Schweiß-Wetter’ zu hören. Das zieht total runter!” – Gut, dass er es gesagt hat. Oft sind es so Kleinigkeiten, denen man selbst gar keine so große Bedeutung beimisst.
Ich werde mir mal notieren, eventuell auf das Wetterthema nochmal eingehen. Den “Wie gehts”-Artikel habe ich auch nicht vergessen, der ist noch immer unvollendet im Netbook. Immer ist was.
Viele Grüße
Gitte Härter