Selbst-Tests: Ausgeschlafener sein

Löwen, habe ich mal im Fernsehen gesehen, schlafen bis zu zwanzig Stunden am Tag. Dann stehen sie auf, reißen eine Antilope und pennen weiter. Ich bin so ein Löwe. Also ohne das mit der Antilope.

Ich kann schlafen, schlafen, schlafen. Nicht, dass ich tagsüber ständig erschöpft wäre. Dieses Gefühl kenne ich allerdings auch: vor einigen Jahren bin ich wie ein Zombie durch die Gegend gelaufen und hatte immer das Gefühl, ich könnte jederzeit vornüber kippen und schlafen. Das ist zum Glück verflogen, aber mein endloses Schlafpotenzial ist geblieben.

Übrigens habe ich schon immer gerne und viel geschlafen. Als Teenager bin ich am Wochenende standardmäßig erst mittags um zwölf aufgestanden, manchmal erst um drei Uhr nachmittags. Und auch als Erwachsener hätte ich keine Mühe, so lange zu schlafen. Hin und wieder gebe ich diesem Impuls nach, aber immer geht das ja auch nicht. Da verschläft man ja das ganze Leben.

Wenn ich dann schließlich aufstehe, bin ich erstmal müde und brauche Anlaufzeit. Zum Glück quasselt mich niemand so früh an. Familie und Freunde wissen auch, dass man mich nienienie vor neun Uhr anruft. Als ich bei der Polizei gearbeitet habe, war Dienstbeginn furchtbarerweise schon um 7.15 Uhr! Sieben Uhr fünfzehn! Da bin ich noch auf Autopilot. Einmal habe ich meinen Hausmüll mit in die Arbeit genommen, weil ich im Tran vergessen habe, ihn in die Mülltonne zu werfen.

Zweimal im Jahr habe ich einen Rappel und wache im Morgengrauen hellwach auf. Ich springe aus dem Bett, berste vor Energie und kurz vor neun habe ich schon mehr erledigt als sonst am gesamten Vormittag. Wow! So also fühlt es sich an, wenn man morgens voller Energie und Tatendrang ist. Manche Leute haben das jeden Tag.

Jetzt werde ich mal experimentieren, welche Auswirkungen kleine Änderungen auf meine morgendliche Energie haben.

:arrow: Ich schlafe genug.

:arrow: Ich habe üblicherweise eine sehr gute Schlafqualität, schlafe also durch und nicht unruhig.

:arrow: Ich gehe nicht von körperlichen Problemen aus (Schilddrüse ist okay, kein Eisenmangel bekannt …).

:arrow: Ich meide bekannte Hürden sowieso. Zum Beispiel weiß ich, dass ich nicht gut einschlafen kann, wenn ich abends zu viel oder zu spät etwas esse oder noch Kaffee trinke.

Da ich glaube, dass die einfachsten Erklärungen meistens stimmen, werde ich jeweils eine Woche lang eine tägliche Gewohnheit ändern und sehen, ob und wie sich das auf mein Ausgeschlafseinsein auswirkt.

Wenn Sie also auch bisher nicht der Morgenmensch sind, freuen Sie sich auf meine Selbst-Tests. Am Montag beginne ich mit dem ersten Test, der eine sehr witzige, absurd klingende Strategie verfolgt.

Das teste ich:

Ich habe eine Auswahl verschiedenster Dinge recherchiert, die die Schlafqualität beeinflussen. Da ich rein von der Zeit her genug Schlaf bekomme und im Regelfall auch sehr gut durchschlafe, bin ich auf der Suche nach kleinen Veränderungen, die die Schlafqualität weiter verbessern beziehungsweise sich insgesamt positiv auf den Energiepegel auswirken.

Bisher habe ich sieben verschiedene Kriterien, die ich in den nächsten Wochen testen werde: einige haben mit Gewohnheiten direkt vor dem Schlafengehen zu tun, andere mit dem Aufwachritual und wieder andere generell mit der Lebensweise.

:arrow: Ich stelle jeden Montag vor, was ich in der laufenden Woche testen werde.

:arrow: Die Woche über schreibe ich jeden Tag ein Update: Wie es mit der neuen Angewohnheit so klappt, wie es sich (wenn überhaupt) auf den Schlaf ausgewirkt hat und wie mein gefühlter Energiepegel beim Aufwachen ist.

:arrow: Den gefühlten Energiepegel bestimme ich anhand einer Skala von 1-10. 10 wäre „ich bin hellwach/könnte Bäume ausreißen“, „5 ist: ich bin jetzt nicht superhellwach, aber ich fühle mich schon lebendig“ „0 ist total müde/erschöpft“. Mein regulärer Energiepegel beim Aufwachen befindet sich momentan auf 3-5. Natürlich schreibe ich immer auch ein paar erklärende Sätze dazu.

:arrow: Ich verändere immer nur eine Sache, um festzustellen, was eine Veränderung bewirkt. Sollte sich überraschenderweise eine Gewohnheit einen merklichen Unterschied im morgendlichen Energiepegel bewirken, verlängere ich den jeweiligen Test um eine weitere Woche.

:arrow: Ich gehe davon aus, dass einige Dinge sich nicht auf mein Wacher-aufwachen-mühelos-aufstehen-hoher-Energiepegel-Ziel auswirken werden. Aber wer weiß: Oft sind es kleine Änderungen, die einen großen Effekt haben. Lassen wir uns überraschen!

Positiver Nebeneffekt wird sein, eine neue Gewohnheit wirklich durchzuziehen. Es gibt einige, die ich schon jetzt als eher mühevoll einschätze. Außerdem haben einige der Tests andere Vorteile, so dass ich auf jeden Fall in irgendeiner Form davon profitieren werde.

Test Nr. 1: Auf einem Bein stehen
Test Nr. 2: Der Eiweiß-Obst-Gemüse-Schocker
Test Nr. 3: Eine feste Bettzeit einhalten
Test Nr. 4: Viel Wasser trinken
Test Nr. 5: Täglich Bewegung an der frischen Luft
Test Nr. 6: “Meditieren”
Test Nr. 7: Sofort aus dem Bett + Herz hochjagen

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