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Nehmt das Entfolgen doch nicht so persönlich!

entfolgt

Social Media. Sich vernetzen, verlinken, unterhalten. Wir alle nutzen Plattformen ganz unterschiedlich:

  • Wenn Sie selbst irgendwo eine Seite haben und Content in die Welt schicken, verfolgen Sie bestimmte Ziele. Der Eine will sein Business pushen, der Andere hat Lust auf Tierbilder oder nette Gespräche, der Nächste gibt gerne Informationen weiter und und und
  • Auch beim Folgen gibt es ganz unterschiedliche Beweggründe. Vor allen Dingen spielt eine Rolle, wie Sie Twitter, Facebook & Co. nutzen: Kleine Follower-Typologie

Jetzt bin ich ja vorrangig bei Twitter aktiv, und da fällt mir immer wieder auf, dass manche sehr genau aufpassen, wer ihnen da folgt und nicht folgt. Das geht oft schon damit los, dass manche nur folgen, damit man zurückfolgt. Passiert das nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums, wird sofort wieder entfolgt. :mrgreen:

Mich wundert immer wieder, dass manche das Entfolgen wahnsinnig persönlich nehmen.

Zum einen ist da bei businessbezogenen Accounts die nüchterne Sichtweise: Warum es nicht schlimm ist, wenn jemand Ihren Newsletter abbestellt

Das Abbestellen oder Entfolgen, wenn jemand partout kein Interesse mehr hat oder sich einfach auf einen anderen Kanal einschießt, ist doch nur sinnvoll + viel besser als künstlich aufgeblähte Zahlen.

Nun schwingt natürlich immer das Persönliche mit. Ist ja ganz menschlich, dass sich mitunter ein Korb-Gefühl einstellt. Für manche scheint das allerdings ein Affront oder gar richtiger Stich ins Herz zu sein, wenn man entfolgt. Entsprechende ReTweets oder Blogbeiträge rund ums Entfolgen gehen immer wieder quer durch meine Timeline – es geht also nicht speziell um mein Entfolgen.

Ich will aber mal die Gelegenheit nutzen, kurz zu erklären, wie ich es halte. Dann sieht man nämlich schnell, dass das überhaupt nicht persönlich gemeint ist.

Fangen wir mit dem Folgen an:

Wenn mir jemand folgt oder ich bei den Retweets oder Replies auf wen aufmerksam werde, schaue ich mir immer genauer das Profil an:

  • Wer ist das?
  • Was schreibt die Person denn so?
  • Und vor allen Dingen: Wie hoch ist die Frequenz?

Nun spielt eine Rolle, wie ich Twitter nutze: Ja, ich nutze es für mein Business, indem ich auf meine Blogartikel und Workshops hinweise; ich bleibe mit Kunden und LeserInnen in Kontakt; doch hauptsächlich bin ich zur Gaudi auf Twitter. Ich mag es, mich zu unterhalten [zum Beispiel mit Hunden]; freue mich, wenn ich was Interessantes mitbekomme und lustige Leute kennenlerne.

Außerdem bin ich jemand, der wirklich jeden Tweet liest. Mein Morgenritual ist es, zurückzulesen, was in der Nacht so passiert ist. Das „Ich lese alles“ ist wichtig. Denn das ist eine völlig andere Ausgangslage, als wenn man immer nur beachtet, was sich aktuell in der Timeline befindet, wenn man sich gerade einloggt.

ichfolgenicht

… wenn die Tweets nur Werbung sind, die Person Hunderten oder Tausenden von Leuten folgt und gleichzeitig nicht wesentlich interagiert. Sprich: Wenn der Account auf mich wie eine Nur-an-sich-selbst-interessierte-Werbeschleuder wirkt, blockiere ich gleich. Was will ich mit Followern, die ganz offensichtlich nicht an meinem Content interessiert sind und von sich aus nichts Gehaltvolles reinbringen?

… wenn ich sehe, dass die Person über Dinge schreibt, die mich thematisch einfach nicht interessieren. Betonung liegt auf MICH. Es gibt ganz viele nützliche Accounts, doch wenn ich nun mal nicht ständig Artikel rund um Bewerbung, Mitarbeiterführung, Spiritualität etc. lesen möchte, dann ist das einfach so. Das ist doch keine negative Bewertung, sondern liegt schlicht an meinen (Lese-)Bedürfnissen auf dieser speziellen Plattform.

… wenn die Person irre oft am Tag tweetet. Erneut ist entscheidend, wie man Twitter nutzt. Es gibt Accounts, die von fast minütlich bis mehrmals stündlich den ganzen Tag über tweeten. Das kommt bei vielen total gut an. Bei mir wäre die Timeline geflutet, und ich würde nichts mehr von den anderen sehen. Das ist mir einfach zu viel.

In diese Kategorie gehören für mich übrigens auch die Twitterer, die total selten einloggen und dann auf einen Schlag alles retweeten, was die letzten 2-3 Wochen bei ihnen so aufgelaufen ist. Das ist mir einfach too much, wenn da plötzlich 10-20 Retweets gleichzeitig kommen.

Ja, ich weiß, dass man die Retweets pro Follower ausblenden kann.

… wenn das Profil komplett leer ist. Da kann ich einfach nicht erkennen, ob es interessant für mich ist oder ob überhaupt was kommt. Gibt ja auch immer Twitternutzer, die nur gerne lesen, aber nichts posten.

… wenn ich sehe, dass die Person ausnahmslos und ohne roten Faden wildes Zeug retweetet. Da gibt’s erstaunlich viele Accounts, wo so gar nichts Eigenes kommt, sondern relativ wahllos (so kommts zumindest rüber) Fremdcontent weitergetweetet wird.

entfolgen

Ein Kommen und Gehen [und manchmal Wiederkommen und wieder Gehen] ist auf Social Media völlig normal. Ich seh das ja an meiner Gesamtzahl auch immer.

Ich entfolge …

… wenn sich einige der obigen Punkte eingestellt haben: Wenn also jemand plötzlich deutlich seine Schlagzahl erhöht und es mir zu viel wird. Für mich gehören da auch Live-Twitterer dazu: Wenn also auf einmal im Minutentakt über den Tatort mitgetwittert wird. Oder wenn mir Fußballspiele oder Demonstrationen live-berichtet werden.

… wenn offensichtlich ein Bot dahintersteckt. Nichts gegen Leute, die softwareunterstützt twittern. Doch da ich an Interaktion – und an den Menschen dahinter – interessiert bin, mag ich keine 100%igen Roboter, die nur vorprogrammiertes Zeug raushauen.

… wenn ich merke, dass mich die Inhalte nicht mehr interessieren – was manchmal daran liegt, dass der Twitterer ein wenig die Richtung geändert hat oder einfach, dass sich meine Interessen verändert haben.

wenn Tweets zu oft wiederholt werden. Ich rede nicht von „am nächsten Tag noch mal“ oder „nach einer Woche erneut“ oder noch später noch mal. Sondern von OH, MANN, WIE OFT NOCH??

Dazu gehört auch Werbung. Ich krieg wirklich einen Vogel, wenn ich drei Wochen lang zwei Mal am Tag gefragt werde, ob ich mich schon für Seminar X angemeldet habe. Und wenn das dann stattgefunden hat, kommt das nächste dran.

Aus diesen Gründen …

… bin ich in den letzten Monaten einigen sehr geschätzten Kollegen und netten Leuten entfolgt – und umgekehrt auch! –, die ich total gerne mag und auch weiterempfehle. Bei einigen stöbere ich immer mal so im Blog vorbei oder wir treffen uns sonstwo im Netz.

Mir blutet das Herz, wenn jemand davon ausgeht, dass Entfolgen heißt, dass man jemanden nicht mehr mag oder nicht gut findet.

Ihr habt doch auch schon Newsletter abbestellt oder merkt, dass Ihr an bestimmten Inhalten einfach nicht interessiert seid (und so manchen nur aus Höflichkeit, Pflichtgefühl oder sonstwas folgt)  – vielleicht sogar standardmäßig ignoriert, ob mit Stummschaltung oder weil Ihr Euch in Listen organisiert habt und nur bestimmten Favoriten aufmerksam folgt.

Auch da scheiden sich die Geister. Ich halte es für unhöflich, Leute einfach zu ignorieren oder gar „heimlich stummzuschalten“. Das wäre für mich so, wie wenn ich mit jemandem telefoniere und der redet, während ich den Hörer weglege und was ganz anderes mache. So unterschiedlich ticken wir. 😎

 

Autor:

x-fache Buchautorin, Schreibcoach + Schmarrnproduzentin - Für Schreibtipps bitte rüberspringen auf schreibnudel.de (da gibts auch einen kostenfreien, wöchentlichen Newsletter).

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Gitte,
    da ticken wir ähnlich 🙂

    Es gibt sogar Twitterer, die mitteilen, das man jetzt ja wieder folgt und wann man denn entfolgt ist und darauf echt eine Antwort erwarten.

    Viele Grüße
    Silke

    Antworten

  2. Liebe Gitte,

    vielen Dank für deine offenen Worte! Mir geht es oft auch so, dass ich ein und dieselbe Person auf mehreren Kanälen verfolge – und dann entscheide ich mich für einen oder zwei und der Rest wird abbestellt. Ich merke auch bei manchen, die meinen Newsletter abbestellen (und ja, wenn ich sie „besser“ kenne, runzle ich innerlich die Strin …), dass sie dafür sehr aktiv auf anderen Kanälen mit mir kommunizieren. Passt doch!

    Aus einem Pflichtgefühl zu folgen – ja, das war in meinen Anfängen auch so, tue ich aber inzwischen nicht mehr weil ich dem Anderen damit nichts Gutes tue!

    Einen gut vernetzten Tag wünsche ich dir 🙂
    Liebe Grüße,
    Claudia

    Antworten

  3. Ich habe auch schon Leute entfolgt, einfach weil sie zu viel getwittert haben. Oder weil ich sie neuerdings auf Facebook lese und sie auf Twitter dasselbe posten.

    Diejenigen, die nach drei Tagen wieder entfolgen, wenn man nicht zurückfolgt, arbeiten vielleicht mit Software, die das automatisch macht. Habe mal einen skeptischen Blogbeitrag über Social Media geschrieben und das erwähnt:
    http://ebookautorin.de/twitter-xing-facebook-autoren/

    Leute, die nur wollen, dass ich ihre Werbung lese, habe ich früher auch geblockt, heute nehme ich das nicht mehr ganz so streng, aber abonnieren will ich sowas nicht.

    Antworten

  4. Hallo Silke, Claudia und Irene,

    vielen Dank für Eure Erfahrungen und Ergänzungen. – Ich denke, dass manchen einfach nicht so klar ist, dass man Social Media einfach so vielfältig halten kann. Da rückt es sicherlich den Blickwinkel breiter, wenn man mehr hinter die Kulissen schauen kann, wie es andere so halten und was sie zum Folgen/Entfolgen bewegt.

    Auf wiederlesen
    Gitte

    Antworten

  5. Hallo Zusammen,

    ich finde das einen tollen Beitrag von Gitte und kann das alles sehr gut nachvollziehen, was sie schreibt, auch wenn ich zu denen gehöre, die eher mehr als weniger „zwitschern“. Einfach deshalb, weil Twitter sich für mich als das beste Instrument für meine beruflichen und privaten Interessen erwiesen hat.
    Andere sind aber lieber auf Facebook, Google+ oder sonstwo unterwegs. Oder sowieso nur selten in den Netzwerken zu finden.
    Ich finde, das muss wirklich jeder ganz für sich nach seinen Bedrüfnissen entscheiden können, aus Höflichkeit jemand folgen bringt wirklich beiden Seiten höchstens unnötigen Arbeitsaufwand und sonst gar nichts. Daher folge ich auch vor allem denjenigen, an denen ich Interesse habe und die mir nützlich sind bzw. mit denen ich Kontakt halten möchte. Ziemlich unabhängig davon ob sie mir folgen oder nicht.
    Ich sage mit Absicht ziemlich. Weil die eine Seite, die auf meinen eigenen Nutzen schaut, tatsächlich nur eine Seite ist. Es gibt Leute, denen nützt mein Folgen mehr als mir, weil ich sie unterstütze, retweete usw. Und ich finde auch das in Ordnung und richtig. Denn andererseits gibt es auch Leute, die mir mehr nützen als ich ihnen zurückgeben kann. Da ich von der Twittergemeinschaft nehme, in dem ich hoffe, dass sie mich beachten, mir mir Kontakt aufnehmen, mir folgen, michretweeten, gebe ich auch zurück. Und das kann ich nicht gerecht verteilen, ich kann nur dort geben, wo ich selbst was zu geben habe. Also ich folge auch so manchen, den ich einfach gerne unterstütze. Und ich finde es toll, dass ich viele Fans auf Twitter haben, die offensichtlich mir gegenüber so denken, das hat mich im Laufe der Zeit auch großzügig gemacht.

    Wer viele Followers hat wie ich, der hat eine Timeline, die relativ schnell durchläuft. Das geht tatsächlich ganz vielen Leuten auf Twitter so. Daher möchte ich an dieser Stelle eine kleine Bresche schlagen für die Leute, die öfter den gleichen Post absetzen. Ich habe das auch schongemacht. Sozusagen als Aktionstag aber dann auch nur eine Woche zu verschiedenen Zeiten oder einfach einen Tag lang.
    Leute, die wenigen Twittern folgen, geht das sicher schnell auf die Nerven, das kann ich gut verstehen und werde das künftig noch besser berücksichtigen. Leute, die vielen folgen, entgeht aber ständig wass, das merke ich immer, wenn ich mal wieder bei jemanden auf den Account gehe. Dann sehe ich, was der alles Interessantes gemeldet hat und ich habe es nicht gelesen. Wer viel twittert und sich damit auseinandersetzt hört schnell, dass zwei Stunden so eine Grenze ist, nach der man üblicherweise einfach verschwunden ist. Wer einmal am Tag was postet hat gute Chancen von den meisten Followern gar nicht gelesen zu werden. Daher ist es auf Twitter durchaus üblich mehrfach zu posten und wer vielen Hundert Leuten folgt, der merkt das dann auch einfach nicht mehr. Es sein denn man sitzt wirklich den ganzen Tag im Netzwerk.

    Ja, da das richtige Maß zu finden ist wohl schwer. Denn die Leute, die viel twittern haben ihre Fans, die sie retweeten und die wollen sie natürlich erreichen. Daher werden die Posts öfter abgesetzt. Seit ich so vielen Folge, bin ich damit nicht mehr wirklich belästigt, vielmehr bin ich manchem dankbar, dass er seinen Post öfter setzt, so dass ich die chance habe, ihn wenistens einmal zu endtdecken.
    Tja, so versucht jeder Twitter auf seine Art effektiv zu nutzen und kann genau damit den einen oder anderen vergraulen.

    Es gibt einige Seiten, die dabei helfen Twitter in den Griff zu bekommen und überschaubar zu machen. Das eine ist http://www.crowdfireapp.com/ wo man sehen kann, wer einem folgt und wer nicht und wer aktiv ist usw. Wer vielen folgt, kann damit ineffiziente „Verfolgungen“ ermitteln. So bekommt man ja z.B. dann nicht immer mit, wenn sich jemand aus Twitter zurückgezogen hat. Den kann man dann vielleicht auch ganz aufgeben usw.
    Was ich auch intensiv nutze ist Tweetdeck – https://tweetdeck.twitter.com/. Da kann man sich so viele Timelines einrichten wie man möchte, also nach Stichworten getrennt. Damit werde ich großen Menge Herr. Ebenso wie über die Listen, die ich halt nicht öffentlich stelle, weil das auch manche falsch verstehen und weil die ja auch nur für mich gedacht sind. So habe ich in einer privaten Liste alle Twitter- Gesundheits- und Medizinportale zusammengefasst. Die kann ich dann in Tweetdeck in einer eigenen Timeline laufen lassen. Die nutze ich aber hauptsächlich für meine Recherchen und so schaue ich da auch nur sporadisch vorbei. Andere Nutzer sind für mich besonders wertvoll, da möchte ich intensiven Kontakt halten, also kommen die in einer entsprechende Gruppe. Und klar, wenn von denen dann einer viel postet erscheint das auf Tweetdeck dann auch öfter.

    Über Twitter habe ich auch diesen Blog von Gitte kennengelernt. Und das auch nur, weil sie jemand retweetet hat, den ich wiederum kenne o.ä. Und dass ist für mich ein Grund, mich so breit aufzustellen. Was wäre mir entgangen, wenn ich diesen Blog nicht gefunden hätte 🙂

    Viele Grüße
    Rosemarie

    Antworten

    • Hallo Rosemarie,

      dankeschön für deine Erfahrungen und Tipps, wie du dich organisierst.

      Ja, genau darum gehts: So wie man es für sich selbst nutzt und gut findet, ergibt sich eben auch die Lesegewohnheit und das Nützen. Und wie wir uns schon kurz per Mail unterhalten haben: Je nach Kanal fällt das dann oft unterschiedlich aus, weil man die Dinge unterschiedlich favorisiert oder verwendet.

      Das ist ja auch das Tolle an Social Media!

      Viele Grüße 🙂
      Gitte

      Antworten

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